Paddington vom Kirchberg

Paddi war unsere erste Irish Terrier Hündin. Sie weckte in uns die Begeisterung und Liebe für diese zauberhafte Rasse und hat unser Leben mit unglaublich viel Freude erfüllt.

Wir erlebten miteinander viele Abenteuer. Von einer ihrer Agility-Anekdoten erzählt sie selbst:

"Da ich stets Neues lernen wollte, übte ich ein paar Jahre den Hundesport Agility aus. Dabei musste ich durch Tunnel laufen, über Rampen und Wippen balancieren, über Stangen und Reifen springen. Manchmal hatte ich Lust dazu, manchmal aber auch nicht. Mit Letzterem brachte ich meine Frauchen fast zur Verzweiflung, denn die wollten aus mir einen perfekten Agility-Hund machen, der sich bei Wettkämpfen zeigen und siegen sollte....Gedacht, getan. Wir fuhren nach Süddeutschland. Meine Fans standen am Zaun und waren fast genauso aufgeregt wie ich und das Wettkampf-Teilnahme-Frauchen. Doch, oh je, es war sehr heiß an diesem Tag - Hitze vertrage ich nicht gut - und ihr ahnt wahrscheinlich schon, was nun kommt. Genau, ich habe direkt am ersten Hindernis einen dermaßen gravierenden Fehler gemacht, dass wir sofort von den Richtern vom weiteren Wettkampf ausgeschlossen wurden. Ich lief nämlich mal wieder unter der Stange her anstatt darüber zu springen."

(Auszug aus dem Buch "Gestatten: Mein Name ist Paddington vom Kirchberg      - Anekdoten aus dem Leben eines Hundes -")

Paddi war stets eine robuste, gesunde Hündin. Erst im hohen Alter von 16 Jahren ging sie über die Regenbogenbrücke. Noch heute denken wir voller Liebe und Respekt an sie. Wir widmeten ihr, auch, um unseren Schmerz besser verarbeiten zu können, die Geschichte "Liebesgeflüster". 

Liebesgeflüster

Liebe Paddi,
wir liegen Kopf an Kopf nebeneinander in deinem geliebten Knuffsack. Du schaust uns mit deinen schönen großen, braunen Augen an, die inzwischen etwas trüb geworden sind, denn schließlich hast du bereits das stolze Hundealter von 16 Jahren erreicht.
Es wird eine unserer letzten "Schmusereien" sein, denn in ein paar Stunden wirst du von deinem Leid erlöst. Deine Nieren versagen dir ihren Dienst.
Wir sind unendlich traurig und verabschieden uns von dir.  Wir streicheln dabei dein leuchtend rotes, etwas krauseliges Fell und flüstern dir ein liebevolles Dankeschön für wunderbare vergangene 16 Jahre in dein Öhrchen. Wir weinen. Die zahlreichen Tränen kullern auf deinen Körper.  

Was bleibt sind Erinnerungen. Sie spenden ein bisschen Trost.

Wir denken mit Freude an unsere Klettertour an einem herrlichen Sommertag im Jahre 2010 zurück. Aufgeregt stehst du vor uns und spürst, dass etwas Besonderes ansteht, denn dein Halsband und ein für dich ungewohnter Klettergurt werden dir angelegt. Es ist das erste Mal, dass du eine Klettertour unternimmst, obwohl du schon 15 Jahre alt bist. Vertrauensvoll begibst du dich in dieses neue Abenteuer und bestehst es mit Bravour. Egal, wie steil die Klettersteige auch sind, du lässt alles treu ergeben geschehen. Du bist gut gesichert und schaust neugierig, aber entspannt in die Gegend, so, als wenn das Klettern für dich das Normalste von der Welt wäre. Die anschließende Wanderung von 6 km gehst du tapfer mit. Hier und da legen wir Verschnaufpausen ein. Erschöpft, aber zufrieden fahren wir nach Hause. Ein ereignisreicher Tag neigt sich seinem Ende entgegen.

Nun ist der 24. Juni 2011, 18.05 Uhr. Dein Atem ist ruhig. Deine Augen sind geschlossen. Unsere Hände liegen auf deinem fast leblosen Körper. Um 18.15 Uhr bemerken wir, dass dein kleines Herz aufhört zu schlagen. Du bist eingeschlafen und trittst die Reise zum anderen Ende des Regenbogens an. Du konntest in Würde gehen.
 
Du fehlst. Dein Knuffsack ist leer. Wir hören dein „Getapse“ auf dem Holzboden nicht mehr. Wir vermissen dein Schwanzwedeln als Zeichen deiner Wiedersehensfreude.
In uns ist eine große Leere. Der Schmerz sitzt tief. Er tut weh. Wir werden einige Zeit benötigen, um deinen Verlust als Familienmitglied und als eine Hündin der besonderen Klasse und Rasse zu verkraften.

Die damalige Wahl, einen Irish-Terrier auszusuchen, war eher zufällig. Wir fuhren zu einer Hundeausstellung, um uns über Terrier im Allgemeinen zu informieren. Die Entscheidung fiel jedoch leicht, da wir uns sofort in die „Irish“ verliebt hatten. Ihr Aussehen und ihre eleganten Bewegungen haben uns schnell überzeugt.  

Ein Jahr später sollte es soweit sein. Du kamst in unseren Haushalt. Du warst ein Geschenk, auch wenn du (oder gerade deshalb!) eine Charakterhündin mit Ecken und Kanten warst. Deine Dickköpfigkeit und dein Eigensinn haben uns manchmal bei der Erziehung verzweifeln lassen. Manches war nur erreichbar durch strenge Disziplin und Konsequenz! Aber mit deinem freundlichen Wesen, deiner Intelligenz, deiner Menschen- und vor allem Kinderliebe, deinem Abenteuergeist, deiner Spielfreude, deiner Treue, deinem unbändigen Stolz, deinem bemerkenswerten Selbstbewusstsein, deinem grenzenlosen Vertrauen und vor allem deinem einmaligen Charme hast du uns immer wieder um „deine Pfötchen gewickelt“. Mancher Zorn schmolz dahin, jeder Ungehorsam war schnell vergessen! Darüber hinaus hat dich deine Robustheit ausgezeichnet. Bis zu deinem 14. Jahr hast du vor Gesundheit gestrotzt. Danach wurdest du mehr und mehr inkontinent und taub sowie in deinen letzten 3 Lebenswochen stetig schwächer, bis sich deine Augen für immer schlossen.

Liebe Paddi: Wenn die Zeit irgendwann reif ist, werden wir Ausschau nach einer neuen Hündin halten. Es wird mit Sicherheit wieder ein „Irish“ sein. Wir wissen aber, dass wir dich niemals als „unsere kleine Maus“, die du für uns warst, vergessen werden! Wir werden dich in uns tragen, bis unsere Erinnerungen erloschen sind.

In ewiger Liebe, deine Frauchen

"Steckbrief":

Geb.: 8.5.1995; gestorben: 24.6.2011

(Kasimoro vom Kirchberg x Shona Beag of Carolmac)

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