Alpendurchquerung und Zugspitzbesteigung

Im August/September 2013 hat Scooby-Doo uns auf unserer Trans-Alp-Tour begleitet. Wir sind von Nord nach Süd von Oberstdorf in Deutschland durch Österreich bis nach Vernagt in Italien gewandert. 10 Tage waren wir mit Scooby-Doo unterwegs, mussten teilweise bis zu 1000 Höhenmeter pro Tag bergauf und wieder bergab bewältigen, manchmal bei Regen und Schnee, aber auch bei herrlichem Sonnenschein. Wir wanderten auf Europas Fernwanderweg E5 mit einigen Varianten, da die meisten Hütten entlang des E5 im Sommer so voll mit Menschen sind, dass die Hüttenwirte entweder gar keine Hunde aufnehmen oder Hunde draußen schlafen müssen. Das kam für uns nicht in Frage, da Scooby-Doo bei uns im Warmen schlafen sollte. Also wählten wir Varianten entlang des E5, bei denen wir im Vorfeld in den Hütten oder Pensionen Reservierungen vorgenommen hatten und klar war, dass Scooby-Doo bei uns bleiben konnte. So genossen wir wunderbare Unterkünfte, in denen wir wegen Scooby-Doo meistens in separaten, kleinen Räumen schlafen durften. Das bedeutete, dass wir keine “Schnarcher” um uns hatten. Welch ein Genuss und was für ein Glück, mit Scooby-Doo in den Bergen unterwegs zu sein!!!

Am ersten Tag hatten wir gleich so richtig „englisches Wetter“: Regen, Regen, Regen…Scooby-Doo hat sich tapfer mit uns durch das schlechte Wetter von Oberstdorf vorbei an der Kemptener Hütte bis nach Holzau 700 m rauf und 700 m wieder runter geschlagen.
 


Bei der 2. Wanderung vom Gasthaus Hermine zum Württemberger Haus gingen wir ca. 6 Stunden durch strahlenden Sonnenschein. Die Tour war sehr abwechslungsreich und führte uns entlang eines rauschenden Bergbachs, durch eine dank Ketten gesicherte Felsrinne rauf auf 1200 m und dann 300 m wieder runter durch ein schroffes, aber weites Tal bis zur Hütte, die mitten in den Bergen liegt und per Helikopter Verpflegung bekommt. Es war ein schöner Sonnentag.
 

 


Am 3. Tag ging es vom Württemberger Haus 1500 m bergab zum Ort Zams und dann mit der Gondel zur Schihütte Zams in ca. 1800 m Höhe. An diesem Tag war es sehr heiß. Alles hatte irgendwie mediterranen Charakter. Insgesamt waren wir 5 Stunden wandern und fuhren 10 Minuten mit der Gondel, alles kein Problem für Scooby-Doo. Auf der Schihütte hieß es „abgammeln“ auf der Sonnenterrasse.
 


Die 4. Wanderung führte uns zunächst mit der Gondel bis auf 2200 m und dann stiegen wir weiter auf bei herrlichem Sonnenschein bis auf den Gipfel des Venet in 2515 m. Es folgte eine wunderschöne Gratwanderung mit grandiosem 360 Grad-Blick auf die umliegenden Berge, begleitet von zahlreichen Steinmännchen, bevor es dann mühsame 1200 m abwärts bis nach Piller ging, wo wir nach insgesamt 6 Stunden Wandern auf einer Pferderanch übernachteten.
 

 

 


Am nächsten Tag wanderten wir in 7,5 Stunden über den bis dahin mit 2400 m höchsten Punkt bis zum Gasthaus Wiesenhof. Das Wetter war noch trocken, aber in der Ferne hörte man gefährliches Gewittergrollen, das einen Wetterwechsel ankündigte.
Auf der 6. Wanderung ging es dann wiederum in etwa 7,5 Stunden rauf zur Verpeilhütte in ca. 2015 m Höhe. Das Wetter war zunächst noch stabil und wir nutzten die frühe Nachmittagssonne zur Regeneration in und unter einer Hängematte.
 


Am nächsten Morgen hatte es weiter oben geschneit und es regnete fast ununterbrochen. Wir entschieden uns, einen Tag abzuwarten und eine weitere Nacht auf der Hütte zu bleiben. Es war also Zeit, bis zum Schnee etwa 300 m auf- und wieder abzusteigen und die vierbeinigen Bewohner der Gegend zu bewundern.
 

 


Am nächsten Tag war es weiter oben total nebelig und es schneite weiter. Da wir eine schwierige Kletterstelle passieren mussten, war uns das zu gefährlich und wir liefen zurück ins Tal und fuhren mit dem Bus um den Bergrücken herum ins nächste Tal bis nach Mittelberg, wo wir übernachteten.
Der nächste Wandertag führte uns von 1700 m bis hinauf zur Braunschweiger Hütte auf 2700 m, dem höchsten Übernachtungspunkt der gesamten Tour. Der Aufstieg erfolgte in 3 Stunden im Nebel und bei ungemütlichen Temperaturen über den Jägersteig über teilweise ausgesetzte Wege mit steil abfallenden Flanken und an den schwierigsten Stellen mit Ketten und Stahltritten gesichert. Scooby-Doo lief fast während der ganzen Tour frei und sicher im Gelände und wurde nur an den Kletterstellen mit ihrem Gurt gesichert.
 

 


Weiter oben nahm der Schnee immer mehr zu, es wurde kälter und Scooby-Doo trug zum Schutz ihren Wintermantel.
 


Am nächsten Morgen waren wir beinahe eingeschneit und wir stiegen durch den Schnee bis zu einem Grad in über 3000 m auf. Scooby-Doo bewegte sich völlig problemlos im verschneiten Gelände.
 


Nach der Grad-Überquerung ging es dann ein kurzes Stück mit dem Bus durch einen Straßentunnel und dann in einer langen Wanderung 1300 m bergab bis nach Vent in 1700 m Höhe. Der Weg war wunderschön und führte uns durch schroffes und einsames Hochgebirgsgelände und über eiskalte Seen und Bäche.
 


Am nächsten Tag führte uns der Weg in beinahe 8 Stunden von Vent nach Vernagt, dem Ziel unserer Wanderung in Italien. Kurz nach dem Grenzübergang nach Italien passierten wir die Similaunhütte in 3019 m, dem höchsten Punkt unserer Tour. Ganz in deren Nähe wurde Ötzi gefunden. In dieser Höhe waren wir den Gletschern ganz nah und der Weg führte wieder durch Schnee. Scooby-Doo hatte auch hier, wie bei der Tour vor einigen Wochen auf den Dachstein und Hochkönig, keinerlei Probleme mit der großen Höhe.
 

 

 


Von der Semilaunhütte hatte man einen wunderbaren Blick auf die „Italienischen Alpen“. Direkt hinter der Hütte ging es dann 1300 m bergab in Richtung Vernagt. Fast die ganze Zeit hatte man das Ziel, den blau schimmernden Stausee, im Blick.
 

 


Insgesamt haben wir bei dieser Trans-Alp-Tour 9 Tageswanderungen mit vielen Höhenmetern rauf und runter unter verschiedensten Wetterbedingungen und Temperaturen zwischen 25° bis unter den Gefrierpunkt absolviert. Scooby-Doo hatte zu keinem Zeitpunkt Probleme mit der Höhe, selbst am höchsten Punkt von über 3000 m. Sie hatte unglaublich viel Spaß, sich im Gelände auf unterschiedlichsten Böden zu bewegen, hatte keine Probleme mit ihren Pfoten und hat sich in allen Hütten und Pensionen in die dortigen Bedingungen eingefügt.  

Da die Trans-Alp-Tour so wunderbar geklappt hat und wir nun gut trainiert und hoch motiviert waren, haben wir uns entschlossen, an die Nordseite der Alpen zurück zu fahren und uns nach 3 Tagen Erholung zum Abschluss unseres Urlaubs einen Traum zu erfüllen: Die Besteigung der Zugspitze, dem höchsten Berg Deutschland, durch die Höllentalklamm und das Höllental.

Zunächst wanderten wir gemütlich bei sonnigem und warmem Wetter von Hammersbach in 700 m Höhe durch die tolle Höllentalklamm bis zur Höllentalangerhütte in 1381 m, wo wir übernachteten. Der Bach in der Klamm war reißend; die Wanderung über kleine Stege und  Brücken, durch Tunnel und über nasse Steinwege war leicht und atemberaubend. Scooby-Doo hatten wir wegen der glitschigen Steine vorsichtshalber mit ihrem Klettergurt gesichert.
 


Wir verbrachten einen entspannten Nachmittag auf der Terrasse und im Tal oberhalb der Hütte. Das war auch notwendig, denn der nächste Tag sollte uns an unsere Grenzen bringen…
 

 


Der Blick auf die Zugspitze war bei diesem klaren, strahlenblauen Himmel wunderbar. Sie schien uns zum Greifen nah…
 


Am nächsten Tag ging’s dann früh um 7 Uhr nach einem stärkenden Frühstück los. Klettergurt, Steigeisen, Helm, Karabiner, Müsliriegel und genügend Getränke waren eingepackt, um dieses aufregende Abenteuer gut geplant anzugehen. Nach etwa einer Stunde kamen wir zu ersten Kletterstellen, um dann auf die „Leiter“ zu stoßen, einer mit unzähligen Trittbügeln gesicherten Steilwand. Dank unserer Klettergurte war der 30 m hohe Aufstieg gefahrlos, aber dennoch eine Herausforderung. Scooby-Doo war, wie schon so oft, aufmerksam und unerschrocken und ließ sich Stufe für Stufe, immer in doppelter Sicherung, hochtragen.
 


Weiter ging es auf dem zunehmend anspruchsvollen Wanderweg, der aber an besonders steilen Stellen immer ausgezeichnet mit Seilen und Ketten versehen war. Hier sicherten wir Scooby-Doo immer doppelt, sowohl am Fixierseil als auch an unserem Klettergurt. Wo es ging, stützten wir sie in der schrägen Wand, so dass sie quasi in der Schräge stand und nicht im Seil hängen musste.
 


Ein paar Meter weiter stießen wir auf das „Brett“, das neben der Leiter die zweite „Schlüsselstelle“ dieser Aufstiegsroute zur Zugspitze sein sollte. Hier waren an einer fast senkrechten Wand Trittstifte in die Wand gelassen, auf der man diese Passage überwinden konnte, den Blick immer nach vorne, unter einem tiefen Abgrund. Wir passierten nacheinander diese Stelle und Scooby-Doo wartete geduldig, bis sie, wiederum doppelt gesichert und ihre Füße gegen die Wand gestemmt, folgen durfte.
 


Nach dem „Brett“ ging es teilweise sehr steil weiter. An den meisten Stellen konnte Scooby-Doo auf den schmalen Felsabbrüchen allerdings selber laufen und sie bewegte sich leicht und locker, beinahe wie eine Gämse.
 


Der Blick zurück zeigte uns, wie hoch wir schon gekommen waren. Hinten im Tal konnten wir die Höllentalangerhütte sehen. Von dort waren wir heute früh gestartet.
 


Zwischendurch waren immer wieder felsige Abschnitte zu überwinden. Dort, wo es nicht an einer steilen Wand entlang ging, ließen wir Scooby-Doo frei klettern. Meist lief sie vorne weg und wartete zwischendurch immer auf uns.
 

 


Weiter oben im Höllental mussten wir einen Geröllhang passieren, bevor wir auf den Gletscher trafen. Der Gletscher war leider in diesem Sommer schon ziemlich abgeschmolzen. Oberhalb des Gletschers konnte man schon die steile Wand sehen, die mit vielen Steilstellen auf uns wartete.
 


Der Gletscher war durchzogen von tiefen Spalten. Wir zogen unsere Steigeisen an. Auch wenn der Weg in Richtung Zugspitze im Zickzack um die tiefen Spalten herum führte, hatten wir Scooby-Doo vorsichtshalber an der Leine gesichert.
 


Die mit Abstand schwierigste Stelle der ganzen Tour wartete am Übergang vom Gletscher zur steilen Felswand. Die Randkluft war schon sehr breit und schien unendlich tief unter dem Gletscher zu verschwinden und es gab nur noch eine kleine, schmale Schneebrücke, um vom Gletscher an die Felsen zu kommen. Auch wenn hier ein einfaches Seil den tiefen Absturz in die Randkluft verhindern sollte, war der Tritt auf die schmale Brücke eine große Mutprobe. Und das umso mehr, als wir Scooby-Doo auf dem Arm hatten und sie sich wirklich völlig ruhig verhalten musste, damit wir nicht das Gleichgewicht verlieren und ein paar Meter tief in die Kluft rutschen würden. Und auf der Gegenseite hieß es dann, ein paar Meter seitlich am Fels entlang zu hangeln bis zu einer steilen Leiter, die den weiteren Weg nach wie vor anstrengend, aber immerhin wieder sicher erscheinen ließ. Scooby-Doo schien die Gefahr zu spüren und verhielt sich absolut ruhig. Was für eine wunderbare, so vertrauensvolle Hündin!
 


Der Blick zurück machte die Tiefe der Randkluft besonders deutlich. Wie stolz waren wir, diesen Schritt geschafft zu haben. Aber sicher war auch: Von hier gab es nur noch den Weg vorwärts und weiter aufwärts. Zurück würden wir diese Passage mit Scooby-Doo auf dem Arm nicht mehr schaffen.
 


Wenn wir gedacht hatten, ab jetzt wäre alles ganz einfach, so hatten wir uns ziemlich getäuscht. Die steile Felswand wartete mit einer steilen und engen Kletterstelle nach der anderen. An den meisten Stellen konnte Scooby-Doo allerdings auf den schmalen Vorsprüngen – immer in Seilsicherung in ihrem Klettergurt - eigenständig laufen.
 


Der Blick von immer weiter oben auf den Höllentalferner zeigte eindrucksvoll die tiefen und breiten Gletscherspalten.
 

 


Die steilen Stellen oberhalb des Gletschers forderten von uns noch einmal großen körperlichen Einsatz und volle Konzentration. Ab hier führte der längste Klettersteig der Tour schließlich bis hinauf zum Gipfelkreuz.
 


Scooby-Doo nutzte jede kurze Verschnaufpause, um sich in der Landschaft umzusehen.
 


Je höher wir kamen, umso eindrucksvoller wurde der Blick zurück und machte uns deutlich, welch anspruchsvolle Strecke bereits hinter uns lag …
 


…wobei wir nun vor allem nach oben sahen, denn der Nachmittag war schon fortgeschritten und die letzte Gondel sollte bald fahren!  
 


Langsam wurden wir müde und die körperliche Erschöpfung nahm zu. Scooby-Doo hingegen schien immer noch fit und konzentriert.  
 


Kurz vor Erreichen des Gipfelkreuzes wurden die Blicke atemberaubend. Tief unter uns lag der kristallklare Eibsee, umgeben von dichten Wäldern.
 


Und über uns strahlte das goldene Gipfelkreuz in den dunkelblauen Nachmittagshimmel.
 


Vom Gipfelgrat hatte man eine wunderbare Fernsicht in Richtung Süden, wo die Gipfel der Tiroler Berge bis zum Horizont reichten.
 


Körperlich erschöpft, aber zutiefst glücklich und stolz standen wir spät nachmittags schließlich unter dem golden strahlenden Gipfelkreuz mit herrlichem Rundumblick auf die Bergwelt der Alpenregion.
 


Wir hatten uns einen Traum erfüllt: Die Besteigung der Zugspitze durch das Höllental. Insgesamt waren wir 9 Stunden unterwegs, mussten an diesem Tag 1600 m überwinden, um schließlich bei strahlend blauem Himmel auf der Zugspitze in 2961 m Höhe anzukommen.
Scooby-Doo hat auch dieses Bergabenteuer mit Begeisterung gemeistert. Sie war so bewegungsfreudig, so trittsicher, schien uns selbst, als unsere Kräfte langsam nachließen, ständig anfeuern und motivieren zu wollen und war in kritischen Momenten völlig ruhig, gelassen und unglaublich vertrauensvoll und verständig.

Was ist sie doch für eine tolle Gefährtin und Irish Terrier Hündin aus Gold, unsere geliebte Scooby-Doo Silvester von der Emsmühle.
 

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